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Bergtour: Großer Widderstein
Redakteur: Fix
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Detail-Informationen
Großer Widderstein
Benutzte Koordinaten: 10º7'45'' ö.L. 47º17'6'' n.B.
Orte in der Umgebung:
Baad
Bundesland: Vorarlberg
Luftlinie nach 80335 München City:
143 km
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Höhe
Ausgangspunkt:
Bergsspitze:
Höhendifferenz Berg/Tal:
1.244 m
2.533 m
1.289 m
Strecke
Aufstieg:
Abstieg:
gesamt:
4,0 Stunden
2,5 Stunden
6,5 Stunden
Schwierigkeitsgrad:  |
Die Tour ist bis zum Einstieg am Großen Widderstein eine Wandertour ohne große Anforderungen an die Kondition. Von Baad gelangt man bis zum Seekopf in zwei Stunden. Der Aufstieg durch den breiten Kamin zwischen West- und Ostgipfel des Widdersteins schafft man bei kleinen Verschnaufspausen zwischendurch in etwa 80min. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind aber Voraussetzung, um den Berg besteigen zu können. Leider lassen sich immer wieder Tourengeher dazu verleiten, den Berg ohne feste Bergschuhe und Kopfschutz anzugehen, wie wir an unserem Aufstiegstag auch erleben mussten. Der Serpentinenweg im Aufstiegskamin (an etlichen Stellen sehr steil abfallend) ist mit feinem Steinriesel und lockeren Steinen bedeckt, was ein vorsichtiges und sicheres Auf- und vor allem Absteigen erfordert. Wer, wie wir, im Oktober auf den Widderstein steigt, sollte auch wegen der kalten Fallwinde im Kamin am Morgen und wegen des zugigen Gipfels unbedingt warme Kleidung im Rucksack haben. Mit unterkühlter Muskulatur lässt sich nicht sicher steigen! Insgesamt ist der Große Widderstein ein Bergziel, das auf der Normalroute als mittelschwere Tour eingestuft werden kann, was nur Leute mit Bergerfahrung angehen sollten. Im Juni-August ist wegen des Südaufstiegs mit großer Hitze im Aufstiegskamin zu rechnen, so dass genügend Flüssigkeit mitgenommen werden sollte. |
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| Beschreibung (bezieht sich auf Besteigung vom 05.10.2009): |
Gemstel- und Bärgunttal sind die schönsten Zugänge zum Großen Widderstein. Die dabei angenehmere und weniger besuchte Route ist der Aufstieg durch das stille Bärgunttal. Mit der Bärgunt-Hütte hat man beim Rückweg eine Einkehrstation. Die grüne Bergumrandung im Süden der Bärguntalpe mit den Spitzen des Heiterbergs, des Weißen Schrofens und der Höferspitze grenzt das Hochtal gegen die Lechtaler Alpenkette und das Lechquellengebirge ab, die erst nach der verfallenen Bärgunt-Hochalm auftauchen. Dann aber bietet sich vom Grat ein phantastischer Rundblick, der vom Hohen Ifen mit dem Gottesackerplateau im Norden über Zitterklapfen im Westen, Braunarlspitze, Mohnenfluh und Karhorn im Süden bis zur Holzgauer Wetterspitze im Osten und dem nahen Biberkopf reicht. In der Mulde des Hochalpsees lässt sich vor dem Gipfelanstieg ein windgeschütztes Plätzchen zur Brotzeit finden, bevor dann konzentriert und überlegt der Aufstieg im breiten Felsriss des Widdersteins vom Süden her angegangen wird. Leider ist der Gipfel des Widdersteins sehr stark besucht, so dass die wenigsten Besucher den Anblick genießen konnten, den wir kurz unter dem Gipfelgrat geboten bekamen. Plötzlich beugte sich von oben herab ein "majestätisches", horngekröntes Haupt. Ein Steinbock wars, genauer, der Boss einer vierköpfigen Gruppe, der uns zwei stille Kletterer beäugte und dann entschied, weiter liegen zu bleiben. Auch die folgende Fotosession ließ er professionell untätig über sich ergehen. Als wir allerdings beim Abstieg nochmals die Steinböcke betrachten wollten, hatten sie sich bis ganz nach Westen auf den unzugänglichen Grat zurückgezogen, da ihnen ihr Ruheplatz durch den regen Besuch zu unruhig und laut geworden war. Der Widdersteingipfel liegt frei und exponiert in der Allgäuer Bergwelt. Dementsprechend weit reicht der Blick in die Runde. Ich spare mir hier das Aufzählen der Bergketten und Gipfel, die vom Kreuz aus zu sehen sind und empfehle die Tour einfach weiter, die den Blick auf den Bodensee im Westen ermöglicht. |
| Route: |
Da uns der Aufstieg vom Hochtannbergpass zu kurz und zu wenig attraktiv erschien, wählten wir die Route vom Kleinwalsertal. Ausgangsort war Baad, am Ende des Kleinwalsertals. Um 7:00 Uhr stiegen wir mit dem ersten Tageslicht auf dem sanft ansteigenden Forstweg das Bärgunttal hinauf. Nach einer halben Stunde passierten wir die Bärgund-Hütte (1408m hoch gelegen- laut Karte Bärgunt-Hütte, nach Schild mit d geschrieben). Der weitere Aufstieg erwies sich als gut ausgebauter Steig, auf dem wir rasch den oberen Kessel der Bärguntalpe erreichten. Ständiger Begleiter zur linken Seite, die Westwand des Großen Widdersteins. Nach zwei Stunden standen wir auf dem Seekopf (2039m), wo wir eine kurze Brotzeitrast einlegten, bevor wir zum Einstieg hinauf zum Widderstein gingen. Am Einstieg selbst (und auch weiter oben) erinnern Gedenktafeln an tödlich verünglückte Bergsteiger am Widderstein. Die Aufstiegsrinne, die bis zum Gipfelgrat hochführt, ist zwar steil, aber recht gut zu begehen, vor allem , wenn man im griffigen Fels bleibt und den im unteren Bereich blau weißen Markierungen (weiter oben rote Markierung) nach oben folgt. Am schnellsten ging es dabei in der direkten Felsaufstiegsroute, was auch den Vorteil hatte, dass man dabei nicht, wie im schottrigen Serpentinenweg, Steinschlag auslösen konnte. Nach 40 Minuten standen wir auf dem Verbindungsgrat, der nach Osten zum Kreuz weiterführt (10 Min). Die gesamte Wegführung bleibt meiner Meinung nach an allen Stellen im 1. Schwierigkeitsgrat der alpinen Kletterskala. Den Abstieg wählten wir, wie den Aufstieg, wobei wir wegen der zahlreichen Aufsteiger zum Gipfel uns an der westlichen Kante des Kamins hielten, um niemanden durch losgetretene Steine zu gefährden. Der Rückweg auf trockenen Pfaden durch das Bärgunttal ist auch für konditionsschwächere Tourengeher relativ einfach. |
| Anfahrt: |
Über die Schnellstraße von Sonthofen nach Oberstdorf und am Kreisverkehr rechts hoch ins Kleinwalsertal. Dort bis zum Ende nach Baad fahren, wo genügen gebührenpflichtige Parkplätze (3.- für 24Std) zur Verfügung stehen. Alternativ Zufahrt über das Lechtal auf der B198 von Reutte, Steeg, Warth zum Hochtannbergpass, wo ein großer Parkplatz zur Verfügung steht. |
| Erneute Besteigungen/Kommentare: |
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