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Detail-Informationen
Breitenkopf
Benutzte Koordinaten: 10º59'16'' ö.L. 47º21'41'' n.B.
Bundesland: Tirol
Luftlinie nach 80335 München City:
97 km
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Höhe
Ausgangspunkt:
Bergsspitze:
Höhendifferenz Berg/Tal:
1.108 m
2.469 m
1.361 m
Strecke
Aufstieg:
Abstieg:
gesamt:
4,5 Stunden
2,5 Stunden
7,0 Stunden
Schwierigkeitsgrad:  |
Der Breitenkopf muss erklettert werden. Das verlangt neben Trittsicherheit und absoluter Schwindelfreiheit die Beherrschung der Dreipunkttechnik im Klettern sowie eine gute Orientierung im schwierigen oberen Gratbereich. Für Bergwanderer ist der Breitenkopfgipfel zu exponiert und zu schwierig. Der Gipfel scheint nicht häufig besucht zu werden, zumindest fehlen die regelmäßigen Einträge im Gipfelbuch, was auch darauf schließen lässt, dass sehr viele Tourengeher vor dem letzten Steilabstieg in die Scharte vor dem Gipfelblock sich mit dem Erreichten zufriedengeben, zumal an dieser Stelle bis auf ein paar Meter bereits die Höhe des Gipfelkreuzes gewonnen ist. An meinem Aufstiegstag, bei dem auf der Ehrwalder Alm und den umliegenden Wanderwegen ein munteres Treiben herrschte, fand keine weitere Menschenseele den Weg ins Igelskar. Während auf dem Weg zum Igelsee die Mountainbiker einen an den Wegrand drücken, ist mit dem Betreten des Aufstiegspfades die Einsamkeit gebucht. Als Sologeher sollte man allerdings die Gefahr des Einzelgehens in Betracht ziehen und deshalb den Aufstieg auf den Breitenkopfgipfel besonnen und wohlüberlegt angehen. Der Lohn ist ein Gipfelblick, der den ganzen Ehrwalder Kessel zu Füßen umfasst, sowie eine phantastische Schau auf die direkt vor einem aufragenden Gipfel der Mieminger Kette. Auch die hässliche Verbauung des Zugspitzplattes ist vom Gipfel aus zu sehen. Vom Karwendel bis zum Hochvogel und links der Wettersteinwände schweift der Blick weit hinaus zur Hochplatte und zum Säuling und dem dahinter liegenden Alpenvorland. |
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| Beschreibung (bezieht sich auf Besteigung vom 08.07.2010): |
Geplant war an diesem Tag der Aufstieg auf die beiden Igelskopfgipfel. Da aber meine Begleiterin wegen einer Knöchelverletzung am Igelsee aussteigen musste, wurde es eine Solotour auf den Breitenkopf. Der Fußmarsch von der Talstation der Ehrwalder Seilbahn hinauf zur Ehrwalder Alm und weiter zum Igelsee benötigt ca 90min. Vom Fahrweg, der nach dem Igelsee scharf links abbiegt, geht eine ungekennzeichnete Pfadspur geradeaus nach Süden in ein lichtes Waldgelände. Das ist der Aufstiegsweg hinauf ins Igelskar. In angenehmen Steigserpentinen erreiche ich nach 40min die Freifläche und halte in Richtung Südosten auf die Geröllbahn des Breitenkopfs zu, wo ich bald am Fuß des Westabsturzes die Breitenkopfhütte zu Gesicht bekomme. Zuerst in steilem, grasigen Gelände, dann im Geröllschutt steige ich ins Igelskar hinauf. Da dort oben noch breite Schneefelder von den Mitterspitzen die Aufstiegsroute zudecken, wende ich mich dem steilen Schuttkegel zu, der an den Fuß eines Steilaufstieges heranreicht. Dort überwinde ich in einer kurzen Klettereinlage über eine bröselige Steilrinne die ersten Höhenmeter und gelange auf das breite Geröllfeld. Einige Steinpyramiden weisen den Weg hinauf zum Kamm. Hier wären beim Aufsteigen Stöcke (wie immer liegen sie im Auto!) sehr von Nutzen, um das ständige Abrutschen zu verhindern. Nach ca 30 Minuten, vom Igelskar aus gerechnet, stehe ich oben auf dem Grat, und sehe im Osten hinunter ins Schwarzbachkar. Der nun folgende Aufstiegsweg hält sich immer am Grat, und es stellen sich einige sehr steile Felsaufschwünge in den Weg. Auf- und Abstiege werden nacheinander ab- bzw. hinaufgeklettert, wobei das Felsgestein stellenweise brüchig ist. Nach ca 20 Minuten stehe ich oben auf dem Felsturm, der im Norden fast senkrecht zur Gipfelscharte abbricht. Einen kurzen Moment lässt diese Stelle und vor allem der gegenüberliegende Steilaufstieg zum Gipfel mit dem Gipfelkreuz Unsicherheit aufkommen, ob es nicht besser wäre, umzudrehen. Aber so kurz vor dem Ziel? In der Scharte studiere ich, wie ich den Brocken vor mir angehe und entscheide mich, etwas rechts versetzt auf der Seite des Schwarzenbachkars den Gipfelklotz zu erklettern. Dabei weiche ich nicht in die steile Grasschulter aus, sondern bleibe im griffigeren Fels. Nach ca 4Std vom Parkplatz aus gerechnet, stehe ich oben am Kreuz. Die Rundumsicht ist überwältigend. Der letzte Eintrag im Gipfelbuch datiert vom August 2009. Im anschließenden Abstieg folge ich meinem gewählten Aufstiegsweg und halte mich immer, wo möglich, am Gratkamm auf. Zuletzt fahre ich das Geröllkar in Richtung Igelskar ab, wende mich aber vor der letzten Steilstufe nach Süden zu den Schneefeldern der Mitterspitzen, auf die ich in bröseligem Steinschutt absteige. Der weitere Rückweg wird ohne Pause und im Sturmschritt genommen, da unten am Parkplatz die Partnerin wartet und meine Zeitangaben bereits überschritten sind, die für den Igelskopf, aber nicht für den Breitenkopf kalkuliert waren. |
| Route: |
Die Bergtour auf den Breitenkopf, der dem Hochplattig vorgelagert ist, ist wegen der Ausgesetztheit und Steilheit eine ernstzunehmende Kletterei im Kammbereich. Der Aufstiegsweg ins Igelskar, den ich in der allgemeinen Beschreibung geschildert habe, und von wo aus sowohl der Igelskopf mit seinem Nord- und Südgipfel als auch der Breitenkopf bestiegen werden, stellt für trittsichere Wanderer keine Probleme. Der Normalweg auf den Gipfelkamm des Breitenkopfes führt unterhalb der Mitterspitzen an die flachste Stelle des Südwestrückens des Breitenkopfes heran. Von hier steigt man über ein steiles Geröllfeld, immer den Steinmännchen folgend, die leicht zu übersehen sind, hinauf zum Kamm. Der Grat vom 300m höheren Hochplattig setzt sich hier nach Norden zum Gipfel des Breitenkopfes fort. Dieser schmale Grat dient als Aufstiegsroute über mehrere Felszacken vor zur Scharte, die den Gipfelkopf von der langen Gratkante abschneidet. Auf Seite des Schwarzenbachkars kann hier auf die Scharte abgestiegen werden, ebenso der gegenüberliegende Aufstieg zum Gipfel des Breitenkopfes. Da das Gestein sehr brüchig ist und feiner Geröllsplitt überall die Steilhänge bedeckt, ist große Vorsicht geboten, da ein Abgleiten einen Absturz auslöst. Ich habe mich für das Klettern im Fels entschieden, auch wenn das den steileren Aufstieg bedeutete, fühlte mich aber wesentlich sicherer, da an den Felsen recht gute Griffmöglichkeiten für die Hände bestehen. Beim Abstieg vom Gipfel zurück über die lange Gratkante, sind leichte Wegspuren an den kritischen Stellen zu erkennen, die immer auf der Seite des Schwarzenbachkars knapp unterhalb des Grates entlangführen. Beim Aufstieg blieb ich meist immer ganz oben am Grat, beim Rückweg folgte ich diesen Steigspuren. Insgesamt gesehen würde ich die Gratkletterei im oberen IIer Bereich ansiedeln, während der letzte Gipfelaufschwung klettertechnisch eine Stufe höherliegt, wenn man sich für das Hochklettern im Fels entscheidet. Die ganze Plagerei ist vergessen, sobald man oben am ziemlich exponiert stehenden Gipfelkreuz die Gipfel, Tiefblicke und Felsenwände der umliegenden Bergketten bestaunen kann. |
| Anfahrt: |
Die Anfahrt erfolgt von Garmisch aus über die B23 auf deutscher und B 187 auf österreichischer Seite nach Ehrwald. Hier folgen wir der Beschilderung "Ehrwalder Almbahn" und gelangen über die Dr. Ludwig Ganghofer Straße (immer Richtung Osten) zu der weiträumigen Anlage der Ehrwalder Talstation, wo es genügend kostenlose Parkplätze gibt. Eine andere Anfahrtsvariante ergibt sich von Füssen-Reutte aus, wo wir von der B179 kurz vor Lermoos links abbiegen und nach Ehrwald weiterfahren, dann Zufahrt wie oben! |
| Erneute Besteigungen/Kommentare: |
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