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Westliche Karwendelspitze


Beschreibung (bezieht sich auf Besteigung vom 16.07.2014)

Wir führten die Tour auf die Westliche Karwendelspitze als Rundtour durch und wählten als Anstiegsvariante den Bergsteig über die Mittenwalder Hütte und die Bergstation der Karwendelbahn hinauf zum Gipfel. Zurück nach Mittenwald  stiegen wir über das Dammkar hinab zur Dammkarhütte und kehrten über die Dammkarstraße zum Ausgangspunkt zurück. So blieben wir beim Anstieg vom Westen im morgendlichen Schatten der Felswände und mussten beim Abstieg durch das Schotterfeld des Dammkars nicht gegen das Sonnenlicht schauen. Die Zeitvorgaben auf den Wegschildern sind sehr hoch gegriffen und könnnen durchaus unterboden werden.

Ausgangspunkt war für uns der Parkplatz an der Isar, der sich etwa 200m unterhalb der Talstation der Karwendelbahn befindet und gebührenfrei ist. Ein kleiner Pfad unterquert die Umgehungsstraße und führt hinein in den Bergwald. In steilen Serpentinen gewinnt man rasch Höhe und steigt am rechten Rand des steilen Felskessels auf. Der Weg ist in gutem Zustand und an den schwierigen Stellen zusätzlich mit Steighilfen versehen. Zunächst erfolgt der Aufstieg nach Osten, dann wechselt der Pfad nach Süden. Man unterquert die Seilbahn und erreicht nach 1,5 Std die Mittenwalder Hütte. Von hier aus wird der Weiterweg recht steil und teilweise ausgesetzt. Ein gesicherter Pfad führt durch die Steilwand unterhalb der Bergbahnstütze hinüber ins obere Kar und von dort hinauf zum Hochplateau, in dem zwischen Nördlicher Linder- und Westlicher Karwendelspitze die Bergstation der Karwendelbahn liegt. Während wir beim Aufstieg ganz allein für uns waren, war es dann oben vorbei mit der Stille. Denn die Bergbahn ist bei den Touristen sehr beliebt, und so bringen die Kabinen rasch eine große Anzahl von Menschen nach oben. Solange sie im Kar und auf dem Rundweg in leichter Kleidung spazieren gehen, stören sie nicht. Ärgerlich dagegen ist es, wenn sie auf dem gesicherten Pfad hinauf zum Gipfel der Westlichen Karwendelspitze mit Sandalen auf den rutschigen Felsen herumturnen und sich am Drahtseil festklammern.

Der Aufstieg auf die Karwendelspitze ist vom Plateau zum Gipfel auf dem Normalweg in 20 Minuten geschafft. Wer den Klettersteig geht, braucht ca 10 Minuten länger. Die Aussicht vom Gipfel ist phantastisch. Wir blieben nur eine Viertelstunde oben, da der Gipfel wenig Platz bietet, sehr ausgesetzt ist und mich das Herumturnen der Touristen gestört hat. Umso erfreulicher dann der Weiterweg um die Nordseite der Karwendelspitze herum zur Oberen Dammkarscharte. Über hölzerne Trittstufen steigt man hinab zur Unteren Dammkarscharte und von hier über groben Gesteinsschotter weiter ins Dammkar, bis man nach  ca 1,5 Std die Dammkarhütte erreicht. Von hier kann man dem Serpentinenweg bis zur Forststraße hinab folgen oder man fährt das letzte Stück direkt auf dem steilen Schotterband hinab, was eine Menge Zeit spart. 

 

Route

Hier wie immer die genauen Tourdaten, die vom GPS Logger aufgezeichnet wurden. Ebenso befindet sich in der Beschreibung die GPS- Datei, die direkt auf entsprechende Geräte übertragen werden kann.

Tourlänge 14,925 km, 1474 überwundene Höhenmeter. Aufstiegszeiten:

Parkplatz - Mittenwalder Hütte knappe 1,5 Std - von trittsicheren Wanderern leicht zu meistern.

Mittenwalder Hütte - Bergstation Karwendelbahn 2,5 Std - ausgesetzter steiler Pfad, der Schwindelfreiheit voraussetzt

Bergstation - Gipfelkreuz der Westlichen Karwendelspitze 20 Minuten -teilweise rutschige Felsen, gesichert durch Drahtseil, ausgesetzt, erfordert griffige Bergschuhe

Abstieg und Weiterweg zur Oberen Dammkarscharte 25 Minuten  - alte Schneefeldreste erschweren die Querung

Von der Oberen zur Unteren Dammkarscharte etwa 20 Minuten - dieser Abstieg und der weitere Abstieg geht ständig auf grobem Schotterbett hinab bis zur Dammkarhütte, die nach etwa 1 Std erreicht ist.

Von der Hütte in 1 Std zurück nach Mittenwald.

Landschaftlich ist das Dammkar mit seinen Bergspitzen und dem mächtigen Kessel beeindruckend. Der Grobschotter auf dem ganzen Weg geht beim Abstieg aber ganz gehörig auf die Knöchel und erfordert ein vorsichtiges Absteigen, um nicht zu stürzen. Sicher wäre der Anstieg hier angenehmer.

Die meisten Tourengeher wählen die Kombination mit der Bergbahn, indem sie entweder den Auf- oder den Abstieg mit der Bergbahn bewältigen. Wer, wie wir, sowohl An- als auch Abstieg per pedes durchführt, braucht eine gute Kondition und passende Bergschuhe, die vor dem groben Blockwerk schützen.

Anfahrt

Auf der Umfahrung Mittenwalds (B2) über die Alpenkorpsstraße vorbei am Parkplatz der Karwendelbahn hinab zum öffentlichen Parkplatz an der Isar fahren. Der Parkplatz an der Karwendelbahn kostet 3.- € (Stand: Sommer 2014). Da keine Parkautomaten aufgestellt sind, muss man die Tagesgebühr an der Kasse der Talstation bezahlen. Diese öffnet erst gegen 8 Uhr, was für einen Bergsteiger zu spät ist, da er die frühen Morgenstunden zum Aufstieg nutzt.